Archiv für Juli 2011

Petition

Kein Kaltreserve in Biblis !

21.07.2011
Atomkraftwerk Biblis: Gegen Zwischenlager und Kaltreserve
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Aktivisten und Umweltexperten trauen der plötzlichen Wende der CDU in der Energiepolitik nicht – und rechnen damit, dass der Kampf um den Atomstandort Biblis weitergeht.

Für Ingo Hoppe und seine Mitstreiter von der Initiative AK.W.Ende ist der Kampf um Biblis längst nicht vorbei. Mit ihren gelben Fahnen ziehen sie weiterhin einmal im Monat durch die südhessische Kleinstadt. Die Demonstranten fürchten, dass der Altmeiler Biblis B als sogenannte Kaltreserve am Netz bleibt. „Außerdem bestehen weiterhin Risiken am Standort, denn dort wird noch für lange Zeit ein Zwischenlager untergebracht sein“, mahnt Hoppe.

Dieses Lager hat nach Angaben des Betreibers RWE eine Betriebsgenehmigung bis 2046. Insgesamt sind an zwölf Kernkraftwerken dezentrale Zwischenlager für radioaktiven Abfall eingerichtet. „Wir wollen nicht, dass das eine Dauerlösung wird“, sagt Hoppe. Er fürchtet, ein möglicher Standby-Betrieb in Biblis könnte die Betriebsgenehmigung weiter nach hinten verschieben.

Nach dem Willen der Bundesnetzagentur soll ein Atomkraftwerk eine gewisse Zeit für den Fall von Stromengpässen als Reserve am Netz bleiben. Als einer der Meiler, die im „Standby-Modus“ betrieben werden könnten, wird immer wieder Biblis B genannt. Ob der umstrittene Reaktor tatsächlich als Reserve-Kraftwerk vorgehalten wird, soll bis Herbst entschieden werden. Nach Angaben von RWE befinden sich im Zwischenlager Biblis aktuell 51 Castoren auf 135 verfügbaren Stellplätzen. Wenn das Kraftwerk definitiv vom Netz bliebe, kämen weitere 52 Castoren hinzu.

Nach Angaben eines RWE-Sprechers gehe von den Spezialbehältern keine Gefahr aus. So sei die Strahlung der abgebrannten Brennelemente so gut abgeschirmt, dass man sich auch in unmittelbarer Nähe gefahrlos aufhalten könne. Außerdem könnte ein solcher Behälter den Sturz aus neun Metern Höhe aushalten und ein Feuer unbeschadet überstehen. Erdbeben sowie Flugzeugabstürze stellten daher keine unmittelbare Gefahr dar.

Allerdings besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass das Zwischenlager an der Erdoberfläche nicht zur Dauerlösung werden darf. Ein Endlager ist aber immer noch nicht gefunden. Ob sich der Salzstock in Gorleben dafür eignet, ist nicht abschließend geklärt. Auch andernorts will niemand den Atommüll haben.

Doch die Zeit drängt – auch für das Zwischenlager in Biblis. Der Nuklearexperte Michael Sailer vom Öko-Institut in Darmstadt fordert, dass die Politik schnellstmöglich die Suche nach einem Endlager vorantreiben muss, denn: „Die Sicherheit der Zwischenlager ist zeitlich begrenzt.“ So böten die massiven Spezialbehälter für etwa 40 Jahre eine gewisse Sicherheit. Was danach komme, sei aber unklar.

Langwieriger Prozess

Die verlorene Zeit aufzuholen, werde schwierig. Nicht allein geologische Untersuchungen und politische Entscheidungen seien zeitaufwendig. „Mit massiven Protesten in der Bevölkerung wird zu rechnen sein“, warnt Sailer. Langfristig seien aber auch Proteste an den Zwischenlagern zu erwarten.

Anti-AKW-Aktivist Hoppe jedenfalls geht davon aus, dass der Kampf um Biblis noch eine Weile dauern wird. Ob es sich um den Atommüll auf dem Gelände des Kraftwerks oder um die sogenannte Kaltreserve handelt: „Das ist noch lange nicht gelaufen“, sagt Hoppe.

Quelle / Originallink: http://www.fr-online.de/rhein-main/gegen-zwischenlager-und-kaltreserve/-/1472796/8691182/-/

Nie wieder Fukushima

„Biblis ist noch immer eine Gefahr“

22.07.2011
„Biblis ist noch immer eine Gefahr“
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Interview – Vertreter der heimischen Anti-AKW-Bewegung in Heppenheim diskutieren auf ECHO-Einladung über die Zukunft der Bewegung

ECHO: Herr Beiwinkel, Herr Ahlers, viereinhalb Monate nach den Atomkatastrophen von Fukushima haben Sie und die anderen Aktivisten beschlossen, ihre wöchentlichen Mahnwachen in der Heppenheimer Fußgängerzone auszusetzen. In Zukunft wollen Sie sich jeweils am ersten Montag eines Monats zum Protest gegen Atomkraft treffen. Wie betrachten sie nach Fukushima und wenige Wochen nach dem Bundestagsbeschluss zum Atomausstieg diese turbulenten Monate?

Beiwinkel: Ich sehe die Entwicklung positiv. Es ist ein riesiger Erfolg, dass der Ausstieg bewältigt wurde. Die Bevölkerung hat sich bundesweit artikuliert. Die Zeit war reif für den Ausstieg. Fukushima war der traurige auslösende Moment. Die Bundesbürger waren spätestens seit Tschernobyl 1986 mehrheitlich gegen die Atomenergie.

Ahlers: Eigentlich waren es zwei Dinge, die der Anti-AKW-Bewegung in die Hände gespielt haben: Die Laufzeitverlängerung 2010 und Fukushima. Die Katastrophen in Japan haben erneut deutlich auf die Gefahren hingewiesen. Ich sehe allerdings die Entwicklung der vergangenen Monate mit einem weinenden und mit einem lachenden Auge. Für mich ist der Bundestagsbeschluss nur ein Teilerfolg, wenn ich ihn mit dem vergleiche, was unter der rot-grünen Bundesregierung 2001 beschlossen worden war. Die damals vereinbarten Reststrommengen hätten ein früheres Ende der Atomkraft bedeutet.

ECHO: Biblis A sollte 2008, Block B 2010 abgeschaltet werden. Die Kritik am rot-grünen Ausstiegsmodell weisen darauf hin, dass damals keine Laufzeiten, sondern Reststrommengen vereinbart wurden.

Beiwinkel: Mit den Reststrommengen waren den Tricksereien Tür und Tor geöffnet. Auch ich sehen nach wie vor die Gefahr, das sich mit zukünftigen Bundestagswahlen erneut etwas ändert. Die Aufnahme des Atomverbots in das Grundgesetz wäre wichtig gewesen. Deshalb brauchen wir nicht nur den Ausstieg aus der Atomkraft, wir brauchen eine Energiewende, einen Einstieg in regenerative Energien. Und deshalb müssen wir vor Ort vieles tun. Diese Wende geht nicht nur von Berlin aus. Wir müssen ein neues Energiezeitalter einleiten mit Blockheizkraftwerken, Nahwärmeversorgungssystemen, Energieberatung und mittelständischen Industriebetrieben, die die neuen Technologien anbieten. Die Kommunen, also Stadt und Kreis, müssen eine Vorreiterrolle einnehmen, nicht nur bei Photovoltaik, auch beim Energiesparen und bei Energieeffizienz. Wir müssen Vorrangflächen für Windkraftanlagen ausweisen. Initiativen wie die Energiegenossenschaft Starkenburg müssen einbezogen werden.

Ahlers: Das ist nicht nur eine Aufgabe der Städte und Gemeinden. Der Landkreis Bergstraße und der Landrat müssen in der Regionalversammlung Druck machen, damit Windvorrangflächen ausgewiesen werden. Momentan stochern wir mit der Stange im Nebel. Nach dem Bundestagsbeschluss ist auch die CDU in der Pflicht. Und der neue Heppenheimer Bürgermeister Rainer Burelbach muss sein Wahlversprechen halten und den Kellersberg zwischen Ober-Hambach und Schannenbach als Standort für die Windkraft ins Spiel bringen.

Beiwinkel: Ich glaube, dass der Kellersberg ein interkommunales Projekt sein sollte. Heppenheim könnte dort, wo sich die Gemarkungen berühren, mit Lautertal und Bensheim zusammenarbeiten. Burelbach ist in der Pflicht, doch er hat angedeutet, dass er sich dieses Projekt vorstellen kann. Das wäre eine große Chance.

ECHO: Die Bewegung, die nach dem 11. März entstanden ist, vereinte zunächst fundamentalistische und gemäßige Atomkraftgegner. Sie beide scheinen diese Strömungen zu repräsentieren. Wie funktioniert es, dass Sie trotzdem an einem Strang ziehen?

Ahlers: Die Heppenheimer Mahnwachen gehen zwar auf meine Idee zurück; doch ich wusste, dass das nicht reicht. In möglichst vielen Orten mussten die Menschen auf die Straße gehen. Diese Bewegung ist in unserer Region mit den Mahnwachen in Heppenheim, Lorsch, Bensheim und Lindenfels sowie den Demonstrationen in Biblis ist aus der Initiative AKW-Ende Bergstraße hervorgegangen. Das ist ein lockeres Bündnis aus verschiedenen Gruppierungen, Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Naturschützern.

Beiwinkel: Das ist in Heppenheim sehr gut gelaufen.

Ahlers: In einem solchen Bündnis gibt es natürlich unterschiedliche Ideen. Doch wir haben sehr gut zusammengefunden. Mittlerweile besteht der Kern aus 25 bis 40 Leuten.

Beiwinkel: Als Gewerkschafter mache ich mir natürlich auch Sorgen um die Arbeitsplätze in Biblis. Leiharbeiter wurden schon weggeschickt. Mit dem Abbau des Kraftwerks müsste sofort begonnen werden und die Mitarbeiter müssten so qualifiziert werden, dass sie in den regenerativen Energien Fuß fassen. Die Energiekonzerne wie RWE dürfen sich nicht ihrer Verantwortung für die Arbeitnehmer und die Region entziehen.

Ahlers: Auch da sind wir einer Meinung. Doch die Arbeitsplätze in Biblis fallen nicht von heute auf morgen weg. Es muss Rückbaupläne mit einem konkreten Zeitfenster geben. Hier ist die RWE in der Plicht, um den Mitarbeitern eine Perspektive zu zeigen. Und es müssen mehrere Milliarden investiert werden. Die Kosten für den Rückbau des Versuchsreaktors in Karlsruhe sind mittlerweile bei vier Milliarden Euro angelangt. In Obrigheim zeigt sich, welche Dimensionen der Rückbau eines solchen Kraftwerks hat. Dort waren 13 Jahre veranschlagt, dieser Zeitraum wurde bereits um fünf Jahre verlängert, sodass die Anlage am Ufer des Neckars frühestens 2018 verschwunden sein wird.

Beiwinkel: Und wir müsse uns Gedanken machen über das Zwischenlager. Mit dem Abbau der Blöcke A und B ist die Gefahr nicht vorbei. Die glühenden Brennstäbe bedrohen von Biblis aus nach wie vor die Region.

Ahlers: Wir werden unseren Protest in der Region erst endgültig beenden, wenn sicher ist das vom Kraftwerk Biblis keine Gefahr mehr ausgeht.

Zu den Personen

Volker Ahlers (46) ist Industriemeister Metall und in dieser Funktion für Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit, Gefahrgut und Brandschutz zuständig. Er gehört dem Vorstand des SPD-Ortsvereins Heppenheim an.

Franz Beiwinkel (56) ist Lehrer für Pflegeberufe. Er ist Mitglied der Gewerkschaft Verdi und der Grünen. Als ehrenamtlicher Stadtrat gehört er seit 2001 dem Magistrat der Stadt Heppenheim an.

Quelle / Originallink: http://www.echo-online.de/region/bergstrasse/kreis/-Biblis-ist-noch-immer-eine-Gefahr;art1145,2025828

Sekt oder Selters – für einen wirklichen Atomausstieg

Montag Anti-Atom-Aktion in Bensheim

„Sekt und Selters – für einen wirklichen Atom-Ausstieg“

AK.W.ende lädt für Montag, 18. Juli, ein, um 18 Uhr in der Fußgängerzone auf der Mittelbrücke mit Sekt und Selters auf den Atomausstieg anzustoßen. Sekt für die Atomkraftwerke, die laut Bundestagsbeschluss für immer abgeschaltet bleiben; Selters für die Atomkraftwerke, die noch weiter laufen dürfen und weiterhin ein hohes Risiko darstellen.

Mit großer Betroffenheit hatten nach Beginn des Super-GAU in Fukushima ab 14. März jeden Montag bis zu 200 Menschen an der Anti-Atom-Mahnwache in Bensheim auf der Mittelbrücke teilgenommen. Bundesweit kamen in 700 Orten bis zu 140.000 zusammen. Sie haben damit ihre Solidarität mit den Japanerinnen und Japanern gezeigt und sich dafür eingesetzt, dass in Deutschland endlich alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden – bevor es auch hier zu einer Atom-Katastrophe kommt.

Da bei dem vom Bundestag beschlossenen Atomausstieg immer noch nicht klar ist, ob und wo es zu einer „Kaltreserve“ kommt und zu befürchten ist, dass dies der Block B in Biblis sein kann, wird die Initiaive AK.W.ende weiterhin aktiv bleiben und. Die Gefahr eines im „Standby“ gehaltenen AKWs ist sogar noch größer als bei solchen die im normalbetrieb laufen.

Der Bundestag hat jetzt einen Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen, der jedoch nur ein halber Ausstieg ist. Wir stoßen daher sowohl mit ein wenig Sekt an und mit viel Selters. Sekt gibt es, weil sieben bis acht Atomkraftwerke in Deutschland für immer vom Netz gehen. Das ist auch unser Erfolg, denn mit Zehntausenden anderen haben wir seit dem 14. März Montag für Montag auch in Bensheim fürs Abschalten demonstriert.

Doch angestoßen wird auch mit Selters, weil Deutschland weiterhin von einem endgültigen Atomausstieg weit entfernt ist. Durch den jetzt beschlossenen Ausstiegsplan sind Siedewassereaktoren vom Typ Fukushima noch weitere zehn Jahre in Betrieb. Es werden bis 2017 nur zwei weitere Atomkraftwerke vom Netz gehen. Es fallen noch über 25.000 Tonnen zusätzlicher Atom-Müll an. Die Frage der Endlagerung ist auf der ganzen Welt, bis heute, nicht geklärt. Die Regierung hält weiter am Weiterbau des Endlagers in Gorleben fest. Keines der weiterlaufenden Kraftwerke ist gegen einen Flugzeugabsturz gesichert. Dies hat der Stresstest bewiesen.

Der Streit um die Atomkraft ist noch nicht vorbei, schon einmal hatten wir in Deutschland einen vermeintlichen Atomausstieg, der später wieder gekippt wurde. Wir setzen uns daher weiterhin für einen sofortigen Ausstieg ein. Die verbliebenen neun Atomkraftwerke müssen vom Netz bevor ein weiterer Super-GAU passiert.“

Sonntagsspaziergang in Biblis am 17.7.2011

Unser nächster Sonntagsspaziergang findet am 17.7 2011
in Biblis statt.
Treffpunkt 14.00 Uhr Bahnhof Biblis
Biblis B „Kaltreserve“?
NIX GIBT`S !


http://atomkraftendedarmstadt.blogsport.de/2011/07/07/17-juli-sonntagsspaziergang-in-biblis/

AK.W.Ende Rundbrief Nr.65 vom 10.7.11

Hier findet Ihr den neuen RB des AK.W.Ende :
Wie geht`s weiter ?
Es geht weiter !

https://docs.google.com/viewer?a=v&pid=explorer&chrome=true&srcid=1Qb9KwYBQueWEybqbfaLkUrmOnGZMo-U9d-9vP4e4vZdFnJeIBJrred1A2Z4x&hl=de

Demo in Neckarwestheim 13.8.2011

Atomausstieg sofort! GKN 2 abschalten!

Demo: Risiko-Reaktor GKN 2 abschalten!
13.08.2011, 14:00 Uhr, Bahnhof Kirchheim/Neckar, Demozug zum Atomkraftwerk

Geplanter Ablauf:

14 Uhr: kurze Auftaktkundgebung am Bahnhof in Kirchheim/Neckar
Demozug zum Atomkraftwerk
ca. 15 Uhr: Kundgebung auf dem Parkplatz vor Tor 1 des GKN
mit Reden und Musik – das genaue Programm folgt.
Außerdem Info- und Versorgungsstände.
Ende gegen 17 Uhr (Auflösung der angemeldeten Versammlung)

Veranstalter: Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn