99 Luftballons

Mit diesem Lied hatte Nena vor dreißig Jahren Erfolg. Jetzt sind 99 Radfahrer in Biblis zur Demo gekommen. Organisiert hatte die Tour der ADFC und wir von AKWende haben uns natürlich mächtig gefreut.

Große Resonanz fand die Fahrradtour des ADFC Bergstraße, die am Samstag von Bensheim über Lorsch und Einhausen nach Biblis führte. Um 10:30 Uhr trafen sich zahlreiche Aktivisten am Bensheimer Bahnhof, um gemeinschaftlich und umweltfreundlich zum Atomkraftwerk nach Biblis zu radeln, wo einen Tag vor dem Tschernobyltag für ein sofortiges Abschalten der beiden Blöcke A und B protestiert werden sollte. Aufgerufen dazu hatte die Initiative „AK.W.ENDE Bergstraße“ gemeinsam mit vielen südwestdeutschen AntiAtom-Initiativen und unterstützt von Gewerkschaften, Parteien und Umweltverbänden. Bei strahlendem Sonnenschein und bester Laune fuhr die Gruppe los. Bei den beiden weiteren Treffpunkten in Lorsch und Einhausen schlossen sich weitere Teilnehmer, vor allem aus den Reihen der „Grünen“, an, so dass schließlich ein riesiger Protestzug von 99 Radfahrern zusammenkam. Wie ein langer Bandwurm schlängelte er sich durchs Ried Richtung Biblis. „Ein beeindruckender Anblick Unsere Erwartungen sind bei weitem übertroffen worden“, so Thomas Bierbaum, der 1. Vorsitzende des ADFC Bergstraße.
Ein noch überwältigenderer Anblick bot sich den Radfahrern, als sie auf dem Kundgebungsplatz vor dem Kraftwerk zusehen konnten, wie von allen Seiten Menschenmassen herbeiströmten. Bis zum Beginn der Kundgebung um 14 Uhr kamen ca 20 000 Atomkraftgegner zusammen, um ihrem Unmut gegen den „Ausstieg aus dem Ausstieg“ Luft zu machen. Um 15 Uhr startete dann die Umzingelung der Kraftwerksanlage. Unzählbaren Radfahrern, die ihr Auto hatten zu Hause stehen lassen, folgten Tausende von Fußgängern, so dass bald die Anlage mehrfach umzingelt war. Ein „Die-In“, ein symbolisches Massensterben, folgte. Am Ende der Veranstaltung waren sich alle Teilnehmer einig, dass diese Protestaktion ein großer Erfolg gewesen sei. Mit dem Gefühl, gemeinsam ein unübersehbares Zeichen gesetzt zu haben, dass die Atomlobby mit großem und ausdauerndem Widerstand zu rechnen hat, trat man in guter Stimmung den Rückweg an.

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