Aufruf zu Protesten!

Nach Atom-Debatte: Aufruf zu massiven Anti-Atom-Protesten am 24. April in Biblis Organisatoren gehen mit Vorbereitungen in die heiße Phase – erster Sonderzug ist bestätigt

Vor dem Hintergrund der aktuellen Atomdebatte der Bundesregierung reagierte die Anti-Atom-Bewegung mit Empörung und rief die Bevölkerung zu massenhaften Protesten am 24. April beim AKW Biblis auf. Matthias Weyland, Geschäftsführer beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Heidelberg und einer der Sprecher der Aktion erklärte: „Wir rufen die Bevölkerung auf, die unerträgliche Diskussion der Bundesregierung laut und deutlich zu quittieren. Druck von der Straße scheint die einzige Antwort zu sein, den die nuklearen Geisterfahrer verstehen.“

Michael Wilk, Notfallmediziner aus dem Rhein-Main-Gebiet ergänzte für den Trägerkreis der Anti-Atom-Umzingelung: „Die aktuellen Überlegungen sind grob fahrlässig – die Regierung spielt vorsätzlich mit dem Leben der Bevölkerung. Und das ausschließlich für den Profit der Atomkonzerne. Für uns geht es nicht um irgendwelche Laufzeitverlängerungen – Atomkraftwerke gehören abgeschaltet, und zwar sofort!“

Auch für den Ausbau der Erneuerbaren Energien sind die Planungen nach Aussage der Organisatoren ein Desaster. Erhard Renz, Initiator der ehemals weltgrößten Aufdach-Solaranlage in Bürstadt erklärte: „Hier sollen den Stromkonzernen RWE, EnBW, E.on und Vattenfall Milliardengewinne zugeschustert werden – auf Kosten von hunderttausenden Arbeitsplätzen in klein- und mittelständischen Erneuerbare-Energien-Unternehmen!“

Unterdessen gehen die Vorbereitungen der Großproteste in die heiße Phase. So wurde jüngst die Buchung des ersten Sonderzuges in der Geschichte des Widerstands gegen die Schrottreaktoren in Biblis offiziell bestätigt. Er wird bis zu 1.000 AtomkraftgegnerInnen ab Basel über Freiburg, Karlsruhe, Offenburg, Heidelberg und Mannheim nach Biblis bringen. Bei Protesten gegen das baden-württembergische AKW Neckarwestheim waren unlängst am 21. März über 5.000 Menschen auf die Straße gegangen.

Die Anti-Atom-Umzingelung wird organisiert von Anti-Atom-Initiativen aus Hessen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg sowie verschiedenen Umweltorganisationen. Die Aktion wird inzwischen von über hundert Organisationen unterstützt, darunter auch Gewerkschaften und Parteien.

Alle Informationen wie zum Ablauf der Anti-Atom-Umzingelung sowie zu geplanten Bussen und Sonderzügen finden Sie unter http://www.anti-atom-umzingelung.de

Die Demonstration findet in Abstimmung mit den weiteren Aktivitäten zum Tschernobyl-Jahrestag statt. Am 24. April werden auch im nordrhein-westfälischen Ahaus Atomkraftgegner demonstrieren, in Norddeutschland findet eine Menschenkette zwischen den AKW Krümmel und Brunsbüttel statt. In der Woche zuvor startet aus Gorleben ein Traktoren-Treck zum AKW Krümmel.

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