Dino-Treffen im Kanzleramt

Presse-Erklärung der AK.W.ENDE Bergstraße
zum Treffen Atomwirtschaft-Bundesregierung am 21.01.2010

Wie schon mehrfach angekündigt, rollt die Bundesregierung der deutschen Atomwirtschaft den roten Teppich aus für die zügellose Profitmaximierung durch die Laufzeitverlängerung der abgeschriebenen Schrottreaktoren im Land. Eine nichtveröffentlichte Studie der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) vom Frühjahr 2009 (im Auftrag der Atomwirtschaft), die auch als Basis für zukünftiges Regierungshandeln in die Koalitionsverhandlungen Eingang fand, stellt fest, dass die Betreiber bei einer Laufzeitverlängerung von 25 Jahren mit „über 200 Milliarden zusätzlichen Gewinnen“ rechnen können.
Das wird jetzt nach der Absprache vom 21.01.2010 im Kanzleramt in Szene gesetzt. Atomwirtschaft und Bundesregierung wollen mit ihrer geplanten Laufzeitverlängerung von erstmal 10 Jahren den schrankenlosen Profit und nicht eine zukunftssichere Energieversorgung !
Ohne jede Rücksicht auf die Sicherheitsinteressen der Bevölkerung sollen u.a. die Schrottmeiler Biblis A und B weiterlaufen. Ihre Pannen sind Legion – Biblis A ist wegen seiner technischen Mängel immer noch abgeschaltet, Biblis B läuft mit nicht für diesen Zweck zertifizierten Rohren im Notkühlsystem einem Desaster entgegen.
Die Entsorgungsfrage ist nach wie vor völlig ungeklärt; Unfassbar: Kein Kilo des verstrahlten Atommülls ist entsorgt; im AKW Biblis stehen deshalb nach wie vor die Castoren mit den strahlenden abgebrannten Brennstäben in einer Leichtbauhalle auf dem Hof …
In ihrer bisherigen Laufzeit wurden über eine Million Kilogramm Uranspaltstoff (zur Verharmlosung wird häufig Brennstoff gesagt, weil „abbrennen“ und „Abgebranntes“ harmlos klingt. Dabei explodiert im Reaktor geradezu die Radioaktivität auf rund das Zehnmilliardenfache des Ausgangszustands !) zu hochradioaktivem Atommüll. Noch kein Kilo ist entsorgt! Dieser Atommüll kann nicht recycelt werden – man muss hunderttausende Jahre warten, bis er abgeklungen ist. Dennoch AKW weiter zu betreiben, ist ein Verbrechen an unseren Nachkommen !

Wir, die in der >AK.W.ENDE< zusammengeschlossenen Atomkraftgegner der Region Bergstraße wissen uns einig mit Gewerkschaften, Parteien, Umweltverbänden, vielen weiteren NGOs und vor allem mit der Mehrheit der Bevölkerung ! Diesem Wahnsinn kann nur durch entschiedenen Widerstand Einhalt geboten werden. Deshalb fordern wir alle Menschen in der Region auf, unsere Aktionen zu unterstützen und sich tatkräftig zu beteiligen. Nehmen wir uns ein Beispiel an den Menschen im Norden des Landes, die eine 120 km lange Menschenkette von Brunsbüttel bis Krümmel planen. Auch bei uns wird ein erster Höhepunkt unseres Widerstandes eine weithin sichtbare Kundgebung zum Gedenken an Tschernobyl Ende April in Biblis sein.
- Keine Laufzeitverlängerung für deutsche Schrottmeiler !
- Sofortige Stilllegung von Biblis A und B – sowie aller anderen Atomanlagen im Lande !
- Schließt Euch unserem Widerstand in der Region an !
- Macht mit (unser nächstes Plenum ist am 18.02. um 19 Uhr im Faktoreikeller in Bensheim) !

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